20. April 2026
Haidakhandi
Haidakhan Babaji nannte Om Namah Shivaya das universelle Mantra – er sagte, es sei für alle Menschen aller Religionen und Kulturen zugänglich. Er selbst lehrte es als den direktesten Weg zur inneren Stille und Transformation.
In Haidakhan wurde es täglich bei der Arati (dem Feuerritual morgens und abends) gesungen – als kollektives Gebet, nicht als intellektuelle Übung. Die Vibration, die Gemeinschaft, das Feuer – das war die Praxis.
Om Namah Shivaya Nama Om Haidakhandi Hare hare Shankara
Die wörtliche Bedeutung
- Om – der Urklang, der Anfang aller Manifestation, das kosmische Ja
- Namah – „ich verbeuge mich”, „ich ergebe mich”, „nicht ich, sondern du” – ein Ausdruck von Hingabe und Ego-Auflösung
- Shivaya – „dem Shiva” – wobei Shiva hier nicht nur den hinduistischen Gott meint, sondern das reine Bewusstsein, das allem zugrunde liegt, das Prinzip der Transformation und Auflösung
Zusammen also: „Ich verbeuge mich vor dem reinen Bewusstsein, das ich in Wirklichkeit bin” – oder kürzer: „Ich ergebe mich dem Göttlichen.”
Die fünf Silben – Panchakshara
Das Kernmantra Na-Ma-Shi-Va-Ya heißt auf Sanskrit Panchakshara – das „Fünf-Silben-Mantra”. Es ist eines der ältesten und heiligsten Mantras im Shaivismus und stammt aus den Shiva-Puranas und dem Yajurveda (Sri Rudram).
Jede Silbe steht für eines der fünf Elemente (Panchamahabhuta):
| Silbe | Element | Prinzip |
|---|---|---|
| Na | Erde | Geruch, Festigkeit |
| Ma | Wasser | Geschmack, Fließen |
| Shi | Feuer | Form, Transformation |
| Va | Luft | Berührung, Bewegung |
| Ya | Äther/Raum | Klang, Weite |
Das Singen verbindet also buchstäblich alle Ebenen der Schöpfung.
Es kann schön sein, vor dem Singen kurz innezuhalten und sich zu erinnern: Jede Silbe ist ein Element, jedes Element ist in uns. Das Mantra ist kein fremdes Gebet – es ist eine Rückkehr zu dem, woraus wir bestehen.