22. August 2026
Om Mani Padme Hum
Sechs Silben, mehr braucht es nicht. Eines der meistgesungenen Mantren der Welt – und zugleich eines der schlichtesten.
Om Mani Padme Hum
Es ist das Herzmantra des Avalokiteshvara (tibetisch Chenrezig), des Buddhas des Mitgefühls. In Tibet ist es in Steine geritzt, auf Gebetsfahnen gedruckt und in Gebetsmühlen gerollt – jede Drehung ein Gebet.
Om Der Urklang, Körper, Rede und Geist des Erwachten
Mani Das Juwel – Mitgefühl, die liebevolle Zuwendung. Wie ein Edelstein die Armut nimmt, nimmt das Mitgefühl die innere Not.
Padme Der Lotus – die Weisheit. Der Lotus wurzelt im Schlamm und blüht doch rein: rein bleiben, mitten im Trüben des Lebens.
Hum Die Untrennbarkeit – wo Mitgefühl und Weisheit eins werden
Sinngemäß: das Juwel im Lotus. Die tibetische Tradition legt in die sechs Silben zugleich die sechs Vollkommenheiten (Großzügigkeit, Ethik, Geduld, Tatkraft, Sammlung, Weisheit) – ein ganzer Übungsweg in einem Atemzug.
Das Schöne an diesem Mantra ist seine Bescheidenheit: kein großer Text, keine Strophen. Nur ein Kreisen um denselben Gedanken – dass in jedem von uns schon ein Juwel liegt, mitten im Schlamm des Alltags. Wir müssen es nicht schaffen. Nur daran erinnern.