14. September 2026
Satta Masagana
Diesmal kein Sanskrit-Mantra, sondern ein Chant aus der Rastafari-Tradition Jamaikas – berühmt geworden durch die Band The Abyssinians Ende der 1960er Jahre, die damit bewusst Amharisch, die Sprache Äthiopiens, in die jamaikanische Musik holte.
Sat-ta Ma-sa-gana Ahm-lach Ula-gisei
Satta Massagana Der Kernausdruck des Chants, sinngemäß „Dank und Lob geben” – wird in einer wissenschaftlichen Arbeit zur Rastafari-Musik als Teil der Gesamtphrase „satta massagana le amlak hula giz” überliefert, übersetzt etwa mit „gib Gott immerfort Dank”.
Amlak (Ahmlach) Amharisch für „Gott”.
Hula Gize (Ula-gisei) Amharisch für „allezeit, immer”.
Zusammen ergibt sich sinngemäß: „Dank und Lob dem Göttlichen – allezeit.” Interessant dabei: Es ist kein grammatisch lupenreines Amharisch. Donald Manning von The Abyssinians hat selbst erzählt, dass die Band Amharisch in Jamaika lernte und wusste, dass „Satta Massagana” nicht die übliche äthiopische Formulierung für Gottesdank ist. Gerade das macht den Chant besonders: Er war einer der ersten großen Versuche, Amharisch bewusst in die Rastafari-Musik zu holen – Sprache als Rückverbindung zu Äthiopien und Afrika, wichtiger als grammatische Korrektheit.
Der Gedanke dahinter ist denkbar einfach: für einen Moment nicht auf das zu schauen, was fehlt, sondern auf das, wofür man dankbar sein kann.
Zu uns kam der Chant über Nickomo, der ihn sich von The Abyssinians „ausgeliehen” und in sein eigenes Repertoire an Kreisgesängen aufgenommen hat. Wir haben ihn aus einem seiner Workshops mitgebracht – aus einer Zeit, in der Nickomo noch selbst mit am Start war.
Vielleicht magst du beim Singen kurz innehalten und dir bewusst machen, wofür du gerade – jetzt, allezeit – dankbar bist.